Die Adventure kostete 2006 nackig, also ohne ABS, Koffer und sonstigem Schnickschnack, laut Preisliste 13.500 Euro. Dieser Basispreis war und ist allerdings wieder einmal bloße Makulatur, wenn man das eine oder andere - zum Teil unverzichtbare ;-) - Extra haben möchte. Somit bewahrheitet sich auch leider wieder eine alte Weisheit: bei BMW auf den Cent zu schauen bzw. sparen zu wollen, ist ein sinnloses Unterfangen.
Die bewährten Charakterstärken der R 1200 GS wurden mit echten Ausdauerqualitäten kombiniert: noch höhere Reichweite dank dem voluminösen 33l-Tank, noch effizienterer Windschutz durch eine neu gestaltete, robuste Windschutzscheibe, stabile Kreuzspeichenräder, höher gelegtes Fahrwerk für die bestmögliche Verbindung aus stärksten Offroad- und dynamischen Touringqualitäten, geländetauglichere Sitzbank sowie umfangreicher Schutz für noch mehr Robustheit - und das alles serienmäßig! Im Einzelnen hat die Adventure doch einiges zu bieten, was man bei der Normalausführung nicht oder nur gegen Aufpreis bekommen kann:
Zum einen wären da die breiteren Fahrerfußrasten und der verstellbare Schalt- und Bremshebel, die in der Höhe verstellbar und so auf die entsprechenden Fahrsituationen - Stehen oder Sitzen - leicht anzupassen ist.
Fahrwerksmäßig stehen vorn wie hinten 20 Millimeter zusätzlicher Federweg zur Verfügung (BMW Motorrad Paralever iVm. WAD-Federbein), was zum einen für den Geländeeinsatz ausreichen sollte, aber gleichzeitig auch dynamische Touringqualitäten gewährleistet. Die Sitzbank ist in zwei Höhenstufen (890 mm/910 mm Einstellung - bei dieser Höhe ist die Bank sogar durchgängig!) verstellbar.
Der große Kraftstoffbehälter der R 1200 GS Adventure mit seiner schmalen Bauweise erlaubt einen engen Knieschluss und fasst wie bereits erwähnt 33 Liter (inkl. 4 Litern Reserve). Bei 4,5 L Verbrauch bei 90 km/h ergibt sich somit rein rechnerisch eine Reichweite von über 700 km. Tank und Motor werden durch eine robuste Rohrkonstruktion vor Beschädigungen geschützt; die Ventildeckel werden durch hochwertige Aluminium-Cover sicher abgedeckt.
Das große Windschild soll bei hoher Geschwindigkeit den Druck des Fahrtwindes auf Kopf und Oberkörper minimieren und so den Fahrer entlasten. Das individuell verstellbare Windschild soll sogar den Zug im Nierenbereich wirksam vermindern.
Der Aluminiumlenker der Adventure kann für den Offroad-Einsatz oder für die große Tour durch Drehen (max. 10°) den Bedürfnissen des Fahrers angepasst werden; die Handprotektoren zählen bei der neuen R 1200 GS Adventure zur Serienausstattung. Da mir die Verstellungmöglichkeiten aber nicht wirklich ausreichend erschienen, habe ich mir von Wunderlich die Lenkererhöhung 25mm gegönnt, die m.E. das Handling der GSA wesentlich verbessert. Durch die Lenkererhöhung und den damit geschaffenen Platz habe ich zudem das Problem mit dem 'frickeligem Befestigen' des Tankrucksacks beseitigt.
Das Gepäck (für die Weltreise) lässt sich auf der eine robusten Gepäckbrücke aus Edelstahl problemlos befestigen. Besonders leicht zugänglich angebrachte Schlaufenösen und Kofferhalterung sorgen für extra Komfort. Die 10 cm niedrigere Bauweise (im Vergleich zur Normalausführung) sorgt zudem für einen tieferen Schwerpunkt und für leichten Zugang beim Verzurren.
Das Aluminium-Gepäcksystem mit einem Volumen von 82l und der Möglichkeit der Schnellentriegelung gefällt mir persönlich sehr gut, da ich die Koffer nicht öffnen muss, um sie abnehmen zu müssen. Den Schliessmechanismus der Koffer mit je zwei bzw. drei Schlösser pro Koffer ist mitunter vielleicht umständlich, aber das mit dem Hochklappen des Deckels bei einem geöffneten Schloss finde ich super. Vergleicht man das BMW-System mit dem TT-Sondersystem, wird schnell klar, dass sich beide nicht viel schenken: beide Systeme weisen bei weitgehend identischen Kofferträgern auch weitgehend gleiche Ausmaße auf. Dicht sind beide Systeme sowieso und Alu-Abrieb innen ist ebenfalls bei beiden zu bekommen. Also Innentaschen - z.B. von Hein Gericke zu je 7,95,- das Stück nicht vergessen , da die Zega-Bags von TT teuer und die Originaltaschen von BMW beinahe unverschämt teuer sind (zwischenzeitlich habe ich mir von Heidi & Frank) paßgenaue Taschen in sehr guter Qualität zugelegt). Die Optik ist natürlich reine Geschmackssache - in beiden Fällen bekommt man ein (hoffentlich) stabiles Baugerüst mit Blechkisten dran. Da das TT-Sondersystem sogar noch teuerer als die Alu-Kisten von BMW sind, war für mich die Wahl dann auch klar!
Habe ich bei der ersten GSA vielleicht noch an der einen oder anderen Ecke gespart, verfügt die '07er Kuh mit Ausnahme einer Diebstahlwarnanlage und eines Top-Cases nun über eine Vollausstattung mit ABS, ASC, BC, RDC und so weiter und so fort. Von der Vorgängerin habe ich mir den BMW Motorrad Navigator samt Halter, die BMW-Alukoffer und den originalen Tankrucksack zurück behalten, so dass man die Q ruhigen Gewissens als komplett ausgestattet bezeichnen kann.
Für die Alukoffer werde ich mir noch Staubschutzkappen (so heißen die Stöpsel lt. ETK) in starrer Ausführung (Teilenummer: 71 60 7 713 171) besorgen, um in Zukunft die bisherige Fummelei zu vermeiden. ;-)
BMW Motorrad hat beim 2007er Modell die Lenkermittelstrebe verlängert und nach oben gesetzt sowie den Schalter für die Zusatzscheinwerfer gewöhnungsbedürftig auf den Lenkerklemmungen platziert. Warum das so gemacht wurde, erschließt sich mir nicht, da ansonsten nämlich noch der 'alte' Tankrucksack mit der Teilenummer 71 60 7 687 604 passen würde, ohne irgendwo anzuschlagen oder sonstwie zu kneifen. Es geht zwar grundsätzlich, aber irgendwie dann doch nicht so richtig - also habe ich den 'alten' TR über ebay verkauft und mir im Gegenzug den 2007er mit der TNr.: 71 60 7 709 149 geholt, was mich unterm Strich 30,- EUR gekostet hat.
Für den Fall, dass ich doch mal Offroad unterwegs bin (man kann ja nie wissen), habe ich der Q den originalen (und für den Straßenverkehr abnehmbaren) Offroad-Scheinwerferschutz von BMW verpasst.
Ansonsten habe ich noch so Sachen wie den Lenkanschlagsbegrenzer und einen Ölkühlerschutz sowie Rahmenprotektoren von Touratech zuhause liegen, welche bei Gelegenheit noch zu montieren sind; gleiches gilt für einen modifizierten Motorschutz. Ob ich die Rahmenprotektoren nochmals montiere, steht allerdings noch in den Sternen, da diese nur wenig bis gar nichts 'bringen' - da schützt ein Streifen schwarzes Textilband den Rahmen besser!
Ein ganz praktisches Extra (siehe auch den entsprechenden Tipp im GS-Forum) sind noch die Gummieinlagen der Fußrasten der neuen 650 X-Country (Kostenpunkt ungefähr 30 € für das Paar - 4 x 07 11 9 902 745 Mutter, 2 x 46 71 7 696 948 Gegenhalter und 2 x 46 71 7 696 748 Gummi), da die ADV-Fußrasten den Stiefelsohlen nicht unbedingt gut tun und teilweise zu erheblichen Auflösungserscheinungen der Sohlen führen.
Im Übrigen natürlich immer noch gültig: wenn mir das auf Dauer nicht reicht, gibt es ja Touratech, Wunderlich und Konsorten.
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