Touren [Friaul 2004]

Nachdem ich erstmal meine Wunden bzw. die der Q lecken musste ;-), irgendwie auch gar keine Lust zum Berichte schreiben hatte und Günther trotz Arbeitsbeginn am Dienstag offensichtlich nichts Besseres zu tun hatte, als einen - imho - sehr prägnanten und treffenden Bericht im BoFo abzuliefern, habe ich kurzer Hand zugeschlagen und Günthers Ausführungen über unsere (gs80guenni, tucker und ich) Friaul-Tour vom 03. - 06. September 2004 mehr oder weniger unverändert übernommen:

Tag 1 - Anreise

Um 09:00 Uhr trafen wir drei uns in Penzberg an der Jet-Tankstelle und machten uns nach den üblichen Aktivitäten wie Tanken, kurzer Lagebesprechung und ein, zwei Kippen wegschnippen kurz nach 09:30 Uhr auf den Weg.

Über den Achensee, Gerlospaß und Großglockner ging's nach Kötschach-Mauthen, wo wir gegen 17:15 Uhr eintrafen und ein geeignetes Quartier suchten; relativ schnell stellte sich aber heraus, dass wohl ganz Kötschach-Mauthen ausgebucht war und so hat Günther kurz entschlossen seine Hotelliste gezückt und beim darin aufgeführten Tourenfahrer-Partner-Haus Bellavista in Ravascletto angerufen. Die Anfrage war dann auch erfolgreich und wir konnten so gerade noch ein Zimmer (das war allerdings wohl eher ein Familienzimmer mit vier Schlafgelegenheiten, zwei Bädern, Fernseher und was man halt so braucht - und Platz ohne Ende!) für drei Personen bekommen.

Also sind wir nach einem kurzen Aufenthalt (mit Proviantversorgung im Billa) über den Plöckenpass weiter und nach gut 450 km (für mich ab Ottobrunn) um 18:30 Uhr in Ravascletto angekommen. Dort haben wir auch gleich den Grund gesehen, warum wir nur mit Hängen und Würgen das letzte freie Zimmer bekamen.

Wie an einer Perlenschnur aufgezogen standen die KTM's auf den Parkplätzen vor der Albergo, bis zum Abend fanden sich immerhin 28 KTM LC8 samt Fahrern und z.T. auch Sozia ein. Der Chef vom Hotel Solaria in Obertauern hatte nämlich zum zweiten LC8-Treffen des LC8-Forums gerufen und mit der gesamten Meute eine Tagestour mit Übernachtung ins Friaul gemacht und auf diese Art und Weise natürlich (fast) sämtliche Zimmer in Beschlag genommen.

Tag 2

Jetzt wollten wir natürlich die ersten Schotterstrecken angehen. Nach einem für italienische Verhältnisse sehr gutem und umfangreichen Frühstück mit frischen Hörnchen, Semmeln, verschiedenen Schinken- und Käsesorten u.s.w. sind wir gegen 09:15 Uhr noch vor dem LC8-"Rennteam" in die Panoramica del Vette, deren Einstieg sich ja nur wenige Meter vom Bellavista entfernt befindet.

Zum Warmwerden ist die Panoramica eine tolle Strecke mit grandiosen Ausblicken in die umliegende Bergwelt, lediglich bei der Anfahrt zum Schotter war etwas Vorsicht geboten, da zahlreiche Stellen auf der Straße mit Sand, Kies, Rindenmulch u.ä. versehen waren. Irgendwo unterwegs auf der Kiesstrecke haben uns dann die ersten drei KTM-Treiber in Rallye-Manier überholt.

In Tualis haben wir dann wieder alle zusammen eine kurze Rast eingelegt. Für uns sollte es von dort aus dann Richtung Forcella Lavardet gehen, allerdings zog von Nordwesten eine schwarze Wand mit Blitz und Donner auf uns zu und wir entschlossen uns, unsere Route umzustellen und über Tolmezzo und Sella Nevea nach Slowenien auszuweichen; angesichts der Randausläufer, die uns dann doch noch trafen, wohl eine goldrichtige Entscheidung.

In Slowenien sind wir dann über den Passo Predil zur Mangart-Straße gefahren. Trotz der fälligen 3 € Maut ist auch dieses letzte, kurze Teilstück sehr zu empfehlen, da die Aussicht da oben einfach nur beeindruckend ist.

Über Travisio, Pontebba, Naßfeld- und Plöckenpaß ging's dann wieder zurück nach Ravascletto, wo wir nach ca. 290 km gegen 18:30 Uhr pünktlich zum Abendessen eintrudelten. Apropos Abendessen: hier wurden wir reichlich und äußert schmackhaft in typisch italienischer Manier mit Wein, Wasser, Antipasti und so weiter und so fort versorgt - lecker :-)!

Tag 3

Das Wetter am Sonntag war super, von Regen, geschweige denn Blitz und Donner, weit und breit keine Spur!

Also beschlossen wir in einem zweiten Versuch den/die (?) Forcella Lavardet zu erklimmen. Wirklich eine klasse Strecke, die sehr zügig und flott gefahren werden konnte, ein kurzer Anstieg über mehrere neu erstellte Kehren, die sehr flüssig zu fahren waren und dann die größtenteils geschotterte Auffahrt von Campolongo, alles kein Problem für Reiseenduros wie die GS'en. Wolfgang (tucker) war dabei fast nicht mehr zu bremsen und wir hatten alle Mühe, ihn wieder einzufangen ;-) .

Von dort ging’s über die Sella di Razza zum Lago di Sauris. Hier haben wir einen Abstecher auf eine kleine Alm gemacht, dort eiskaltes Quellwasser, frische Milch und selbst produzierten Käse und Speck probiert und auch gekauft. Zwei Italiener, die dort zur gleichen Zeit ihre Einkäufe für Ihre 'Pizzahütte' machten und mit zwei Honda XR unterwegs waren, haben uns dann einen Tipp für die Weiterfahrt gegeben. Der Anstieg sei zwar steil und sehr grob geschottert, sollte allerdings auch für uns und unsere Dickschiffe machbar sein. Nachdem wir die Örtlichkeiten ausgiebig fotografiert hatten, haben wir uns dann an die empfohlene Strecke gewagt.

Wie die beiden Offroad-Italiener vorausgesagt hatten, war die Auffahrt dann auch recht heftig, aber letztlich doch zu schaffen. Nachdem ich aber meinte, mitten in der Auffahrt das zwingend erforderliche Gas und den damit verbundenen Zug wegnehmen zu müssen, um dann am Streckenrand wieder neu Anlauf zu nehmen, 'lag' ich dann konsequenterweise und naturgemäß etwas blöd in der Gegend rum (ich weiß, ich hatte schon bessere Ideen ;-) ). Wie dem auch sei, nachdem ich die Q wirklich sanft (im Stand - ich konnt sie gewichtsmassig einfach nicht mehr gerade stellen x() in der Wiese abgelegt hatte, sie mit den Rädern leider zum Hang lag und ich sie wegen des Untergrunds (die Bergwiese war leider mit einigen Steinen versetzt) nicht auf dem Zylinder drehen wollte, brauchte ich natürlich Hilfe, um sie wieder auf die Beine zu stellen (schäm?!). Bevor diese Hilfe in Person von Günther zupackte, gab's selbstverständlich erstmal ein Beweisfoto (soviel Zeit muss schon sein) und den unvermeidbaren Hinweis auf eine mögliche Verwandtschaft meiner Dicken mit Schiedis Goiber ;-). Gott sei Dank ist aber außer einem etwas kräftigeren Kratzer an meinem Selbstbewusstsein nichts passiert! Geschah mir aber auch ganz recht, denn wer zu doof zum Gasgeben ist, ist wohl selber schuld x( ?! Die Abfahrt ging dann über Schotter- und Feldwege aber wieder problemlos.

Anschließend ging's dann über den Monte Zoncolan und Pontebba zum Passo Cason di Lanza, dessen Ostrampe mittlerweile leider vollständig geteert ist (und der Rest auch bis auf die drei Tunnel der Westrampe); hier hatten wir den Eindruck, dass der Teer sogar noch warm war! Nach einer Gesamtstrecke von gut 250 km fanden wir uns auch an diesem Tag wieder gegen 18:45 Uhr in Ravascletto pünktlichst zum Abendessen ein.

Tag 4 - Heimreise

Am Montagmorgen nach dem Frühstück machten wir uns dann auf die Heimreise. Nachdem wir ausgiebig diskutiert hatten, welche Strecke wir nehmen würden (Felbertauern, Großglockner oder Bruneck/Sterzing/Brenner) sind wir gegen 09:30 Uhr aufgebrochen und über den Kreuzbergpaß, das Pustertal, den Brenner (mit kurzem Shoppingaufenthalt), Telfs (schöne Alternative zum Zirler Berg), Leutasch, Mittenwald, Walchensee und dem Kesselberg Richtung Heimat gedudelt.

Nachmittags um 16:00 Uhr haben wir uns nach vier tollen Tagen und einer problemlosen Rückfahrt ( :-) ) dann vor Bichl wieder getrennt, selbstverständlich nicht ohne vorher eine Wiederholung zu verabreden, um die letzten Meter Richtung Heimathafen hinter uns zu bringen. Bei der Ankunft um 17.15 Uhr in Ottobrunn hatte ich an diesem Tag in etwa 400 km mehr auf dem Tacho als morgens; insgesamt waren's in den vergangenen vier Tagen nahezu 1.400 km.

Sonstiges

Das Copyright für diesen Bericht in seiner Urform liegt bei Günther Gallersdörfer (gs80guenni); Wolfgang Heichele (Tucker) hat auf seiner Homepage ebenfalls einen Bericht und zahlreiche Fotografien zu dieser Tour hinterlegt :-).

 
HinweiseSeitenanfangStartseiteÜbersicht letzte Änderung: 18.05.2012